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journaling

Sich jeden Tag 10 Minuten Zeit zu nehmen, um Gedanken und Ideen festzuhalten, oder sich einfach klarer zu werden, ist eine effektive Übung. Am Besten als Teil des Morgenrituals, bevor der Tag beginnt. Schaffe Dir hierfür ein spezielles Buch an und lass Deiner Hand einfach freien Lauf.

Bring auf das Papier, was Dir spontan durch den Kopf fährt, ohne es zu zensurieren und auszuformulieren. Es dient Deiner Selbstreflexion und Du wirst sehen, dass Du Deine Selbstkenntnis vertiefst und dieses Wissen in Aktionen umsetzen kannst.

 

journaling als Methode für Gruppenprozesse

Das u.lab. nutzt journaling als Methode, die während des ganzen Kurses eingesetzt wird, besonders in den Phasen des Fühlens und „presencings“. Dabei werden beim angeleiteten Schreiben die Praktiker durch einen Prozess der Selbst-Reflektion geleitet.

Diese Praxis kann mit Gruppen von jeder Grösse geübt werden, es sollte nur Ruhe im Raum sein und keine Ablenkung während ca. 45 Minuten geben. Der Prozess kann aber auch 60-90 Minuten dauern.

Je nach Thema, Prozess oder Zielen, die mit der Gruppe erarbeitet werden, können hierzu Fragen gestellt werden, um durch das journaling zu leiten.

1. Schritt: stelle die Fragen einzeln und warte bis Du merkst, dass die Meisten der Gruppe fertig sind. Gib ihnen nicht zuviel Zeit, es ist wichtig, in Fluss zu geraten und nicht zuviel zu denken.

2. Schritt: teile die Gruppe in Paare auf und lade sie dazu ein, über ihre Erfahrung zu reflektieren. Erwähne noch einmal, dass das Schreiben für uns selbst ist und dass es ihnen überlassen bleibt, was sie der Gruppe mit teilen wollen.

 

 

Als Beispiel hier eine Liste der Fragen, die im u.lab. gestellt wurden und je nach Thema variiert werden können:

 1. Herausforderungen: sehe Dich selbst als ob Du eine andere Person wärst: was sind die 3 oder 4 wichtigsten Herausforderungen oder Aufgaben in Deinem Leben?

2. Selbst: Schreibe 3 oder 4 wichtige Fakten über Dich selbst auf. Was sind wichtige Kompetenzen oder Leistungen, die Du erreicht hast, z.Bsp. Kinder aufgezogen, Ausbildung beendet, ein guter Zuhörer zu sein?

3. Was sind die 3 oder 4 Aufgaben, Interessensgebiete oder unentwickelte Talente, die Du in Zukunft entwickeln willst?

4. Frustration: was frustriert Dich bei Deiner Arbeit oder in Deinen Beziehungen am meisten?

5. Energie: Was sind Deine wichtigsten Energiequellen? Was liebst Du?

6. Was hält Dich zurück? Beschreibe 2 oder 3 kürzlich eingetretene Situationen bei der Arbeit oder in Beziehungen, bei denen Du eine von den drei Stimmen gehört hast, die Dich davon zurückgehalten haben, eine Situation tiefer zu erfahren? Die Stimme des Urteils, die Deinen offenen Verstand verschließt, die Stimme des Zynismus, die Dein offenes Herz verschließt oder die Stimme der Angst, die Deinen offenen Willen verschließt?

  1. Wann hast Du in den letzten Tagen oder Wochen neue Aspekte von Dir selbst bemerkt? Welche neuen Fragen und Themen sind aufgetaucht?
  2. Was macht Deine Gemeinschaft aus, und was sind die Hoffnungen in Bezug auf Deinen zukünftigen Weg?
  3. Wähle drei Menschen mit verschiedenen Perspektiven in Bezug zu Deinem  Leben aus und untersuche ihre Hoffnungen für Deine Zukunft (Bsp: Deine Familie, Freunde, ein verlassenes Kind auf der Strasse). Was würdest Du hoffen, wenn Du in ihren Schuhen stecken würdest und Dein Leben durch ihre Augen betrachten würdest?
  4. Helikopter: Betrachte Dich von oben wie von einem Hubschrauber aus. Was tust Du? Was versuchst Du in diesem Stadium Deines professionellen und personellen Wegs zu erreichen?
  5. Dir vor, Du könntest zu Deinem letzten Moment  vorspulen, wenn es Zeit ist für Dich zu gehen. Schaue nun zurück auf Deinen gesamten Lebensweg. Was willst Du in diesem Moment sehen? Welchen Fussabdruck willst Du auf dem Planeten hinterlassen? Für was sollen die Menschen sich an Dich erinnern, die nach Dir leben?
  6. Schaue von dem (zukünftigen) Ort zurück auf Deine jetzige Situation als ob Du eine andere Person beobachtest. Helfe nun dieser anderen Person vom Sichtpunkt Deines höchsten zukünftigen Selbst. Welchen Rat würdest Du Dir geben? Fühle und erfahre, was dieser Rat ist und schreibe ihn nieder.

13. Komme nun zurück in die Gegenwart und kristallisiere was Du kreieren willst: Deine Vision und Intention für die nächsten 3-5 Jahre. Welche Vision und Intention hast Du für Dich selbst und Deine Arbeit? Was sind wesentliche Kernelemente der Zukunft? Die Du in Deinem persönlichen, beruflichen und sozialen Leben kreieren willst? Beschreibe so konkret wie möglich die Bilder und Elemente, die Dir erscheinen.

14. Loslassen: was musst Du loslassen, um diese Vision zu verwirklichen? Was von dem alten Zeug muss sterben? Was ist die alte Haut (Verhaltensweisen, Denkprozesse, etc.) die Du ablegen musst?

15. Saat: Was in Deinem jetzigen Leben oder Kontext sorgt für die Saat der Zukunft, die Du kreieren willst? Wo siehst Du Deine Zukunft beginnen?

16. Prototyping: wenn Du während der nächsten drei Monate einen Mikrokosmos für die Zukunft schaffen würdest, in der Du “das Neue” entdecken kannst, indem Du etwas tust, wie würde der Prototyp aussehen?

17. Menschen: wer kann Dir helfen Deine höchsten Zukunftsmöglichkeiten zu verwirklichen? Wer können Deine wichtigsten Helfer und Partner sein?

18. Aktion: wenn Du das Projekt angehst, Deine Intention zu verwirklichen, welche praktischen Schritte wirst Du die nächsten 3 bis 4 Tage tun?

Quelle: 

C. Otto Scharmer, (2009) Theory U: Learning from the Future as it emerges. Berrett- Koehler: San Francisco. Chapters 21.

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Probiere es aus!

Fang doch gleich mal damit an und gehe diese Fragen für Dich durch.

Ich freue mich, wenn Du Deine Erfahrungen mit uns teilst und einen Kommentar hinterlässt.

Mein Prototyp ist übrigens dieser virtuelle Raum, in dem ich mit Möglichkeiten experimentiere, ecotopika ein paar Schritte näher zu kommen.

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