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   Zeit für eine sozial-ökologische Orientierung der Agrar- und Ernährungswirtschaft

Zeit für die Orientierung der Politik an den Bedürfnissen der Menschen, Tiere und der Erde

Zeit für die V-Partei³

Diese Woche beginnt die Grüne Woche in Berlin, eine internationale Messe für Ernährungswirtschaft und Landwirtschaft, die als das Davos der Agrarindustrie gilt. Zu diesem Anlaß haben die Heinrich-Böll-Stiftung, die Rosa-Luxemburg-Stiftung, der BUND, Germanwatch und Le Mond diplomatique den Konzernatlas 2017 mit Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie herausgegeben. Diesem zufolge konzentriert sich die Macht entlang der Wirtschaftskette mit einer enormen Dynamik in den Händen von immer weniger global organisierten Unternehmen, die sich immer erfolgreicher und skrupelloser mit ihren Interessen durchsetzen und die Milliardenmärkte unter sich aufteilen, unterstützt von Banken, Investoren und Regierungen.

Die Herausgeber des Konzernatlas stellen fest, dass der Rückzug der Politik aus der Wirtschaft ein wichtiger Grund für die Klima- und Umweltschäden sowie die globale Ungerechtigkeit ist. Sie plädieren dafür, dass Politik und Wettbewerbsbehörden sich mit den Folgen der Fusionen und der weiteren Konzentration der Agrarindustrie, der Lebensmittelindustrie und der Handelskonzerne beschäftigen.

Bei der Veranstaltung zur Vorstellung des Atlas am 16.1. wurde deutlich der positive Trend hervorgehoben, dass immer mehr VerbraucherInnen nach Alternativen suchen und auf Biomärkten einkaufen oder sich den rasch wachsenden Gruppen der solidarischen Landwirtschaft anschließen.

Aufgrund der Subventions- und Steuerpolitik sind ökologisch und fair produzierte Lebensmittel jedoch teurer als die der Supermärkte, die ihre Preise – zu Lasten der Bauern und Bäuerinnen – immer weiter drücken und untereinander absprechen.

Es ist weniger der Rückzug als die Kontrolle der Politik durch die Wirtschaft, die die politischen Handlungsspielräume immer weiter begrenzt. Lobbyisten der Konzerne gehen im Bundestag ein und aus und werden von Vertretern fast aller Parteien dort empfangen, die Einflussnahme der Unternehmen auf die Politik ist stetig gewachsen. So ist von den etablierten Parteien kaum zu erwarten, dass sie der Dringlichkeit der Situation angemessen eine Wende in der Agrarpolitik vollziehen.

Was also bleibt zu tun? Wem es nicht mehr reicht im Bioladen einzukaufen, wenn es finanziell möglich ist, und einmal im Jahr auf die Demo gegen die Agrarindustrie zu gehen, steht nun die im Mai 2016 gegründete V-Partei³ offen, die allen eine politische Heimat bietet, die sich aktiv in die Politik einbringen wollen, um neue Standards für die Landwirtschaft und andere relevante Themen zu setzen.

 

 

Die V-Partei³ (hoch drei = Veränderung, Vegetarianer und Veganer, oder Vereint Visionen Verwirklichen) setzt sich langfristig für eine bio-vegane Landwirtschaft ein, um das Leiden der Tiere in der Massentierzucht zu beenden. Die Industrie der Tierprodukte spielt auch eine zentrale Rolle beim Klimawandel, der Verknappung von Wasser, der Regenwaldzerstörung, Erosion und Vergiftung der Böden, der Überdüngung der Ozeane und der Bedrohung der Artenvielfalt. Die Verwendung von Agrarland für den massiven Anbau von Tierfutter statt Nahrungsmittel ist mit dafür verantwortlich, dass fast eine Milliarde Menschen Hunger leidet und Millionen vertrieben werden.

Internationale Experten und auch die UNO warnen aus diesen und anderen Gründen davor, dieses nicht nachhaltige Modell der Landwirtschaft noch weiter fortzusetzen und fordern dazu auf, den Fleischkonsum stark einzuschränken. Immer mehr Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Zukunft in der sozial gerechten und ökologischen Landwirtschaft auf familiärer Basis liegt, die aber gerade von den Konzernen zerstört wird.

Wir brauchen dringend politische Lösungen, und dafür engagiere ich mich in der V-Partei³. In der V-Partei³, die bald 800 Mitglieder zählt, vereinen sich Menschen, die gemeinsam ihre Visionen verwirklichen wollen und das Leben lieben. Dafür konnte bereits die Aktivistin, Schauspielerin und Autorin Barbara Rütting als Kandidatin für den Landesverband in Bayern gewonnen werden. Sie wirkt mit ihren 89 Jahren jung und zieht ansteckend optimistisch in den Wahlkampf, wobei sie ein Beispiel für den veganen Lebensstil gibt, den sie vertritt, während sie sich für Tierschutz und Abrüstung engagiert. Ein solch frischer Wind ist sicher nötig, wollen wir die Probleme gemeinsam angehen und die Politik mitgestalten, denn unser Essen geht uns schließlich alle an.

Informationen:

www.v-partei.de

https://www.boell.de/de/konzernatlas

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